Mit 41 das erste Kind, mit 47 in den Wechseljahren – und dazwischen ist mein Bauch geblieben.
- Jane Celik
- vor 3 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Ich habe mit 41 mein erstes Kind bekommen. Mit knapp 44 das zweite.
Und irgendwo zwischen diesen beiden Kindern ist etwas passiert, das ich damals nicht einordnen konnte. Ich dachte, das ist die Schwangerschaft. Ich dachte, das ist das Stillen. Ich dachte, das geht wieder weg.
Es ging nicht weg.
"Das kommt schon wieder"
Ich habe voll gestillt. Ich habe gedacht: Das reicht. Der Körper holt sich, was er braucht, und der Bauch verschwindet von allein. So war es bei allen, die ich kannte. So steht es in jedem Ratgeber.
Bei mir nicht.
Der Bauch blieb nach dem ersten Kind. Er blieb nach dem zweiten. Und dann wurde er mehr.

Was ich damals nicht wusste
Ich war Anfang vierzig, als das anfing. Und ich habe es nie mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht — weil ich dachte, das kommt später. Mit fünfzig. Wenn die Kinder größer sind, nicht wenn sie noch Windeln tragen.
Dass es eine Phase davor gibt, die Perimenopause, und dass die Jahre dauern kann: davon hat mir niemand etwas gesagt. Nicht der Arzt, nicht die Hebamme, niemand.
Ich war also gleichzeitig frisch gebackene Mutter und in einem hormonellen Umbruch, von dem ich nichts wusste. Beides zusammen. Und ich habe alles, was mein Körper gemacht hat, der Schwangerschaft zugeschoben.
Was früher funktioniert hat
Ich war nie jemand, der besonders diszipliniert war. Aber ich konnte gegensteuern.
Bei der Arbeit gab es Schokolade. Es liegt bei uns im Büro immer irgendwo etwas rum, jemand hat Geburtstag, jemand bringt etwas mit. Ich habe zugegriffen, jahrelang. Und wenn es zu viel wurde, habe ich ein paar Tage weniger gegessen. Dann war es wieder okay.

Bis es das nicht mehr war.
Irgendwann habe ich weniger gegessen und es ist nichts passiert. Ich habe noch weniger gegessen und es wurde mehr. Das ist der Punkt, an dem ich das erste Mal gedacht habe:
Da stimmt etwas nicht mit mir.
Fünfmal gefragt
Ich bin bestimmt fünfmal gefragt worden, ob ich wieder schwanger bin. Eine davon hat nicht mal gefragt, sondern mir direkt dazu gratuliert.
Mitte vierzig. In der Kita, im Bekanntenkreis, an der Kasse im Supermarkt von einer Frau, die ich kaum kannte.
Ich habe jedes Mal gelacht und irgendwas gesagt. Und bin dann nach Hause gefahren und habe mich im Auto gefragt, wie schlimm es aussehen muss, dass fünf verschiedene Menschen unabhängig voneinander auf dieselbe Idee kommen.
Das ist der Teil, über den man nicht spricht.
Man spricht über Hitzewallungen, weil das ein anerkanntes Symptom ist. Aber dass der eigene Körper eine Form annimmt, die andere Leute falsch lesen — dafür gibt es keine Kategorie.
Was dazukommt
Zwei kleine Kinder. Fünfunddreißig Stunden im Job. Nächte, die keine sind. Essen, das schnell gehen muss, weil man Energie braucht und keine Zeit hat.
Ich habe lange gedacht, das ist einfach mein Alltag und der ist eben so.
Dass das alles zusammenhängt — Schlafmangel, Dauerstress, das Essen zwischendurch, und was der Körper in dieser Lebensphase ohnehin gerade macht — darauf bin ich erst sehr spät gekommen.
Warum ich das aufschreibe
Weil ich lange gedacht habe, ich mache etwas falsch.
Dass ich mich zu wenig zusammenreiße. Dass andere Frauen das hinkriegen und ich nicht. Dass es an mir liegt.

Und je mehr ich verstanden habe, was in diesen Jahren körperlich passiert, desto klarer wurde: Das ist keine Charakterfrage. Es gibt Gründe. Und die haben Namen.
Ich bin keine Ärztin und ich habe keinen Plan, den ich verkaufen will. Ich bin 47, ich stecke mittendrin, und ich schreibe hier auf, was ich herausfinde. Was ich ausprobiere. Was funktioniert und was nicht.
Wenn du das hier liest und dich in irgendetwas davon wiedererkennst:
Du machst nichts falsch. Du bist nur in einer Phase, über die viel zu wenig gesprochen wird.
Und darüber will ich hier reden.
Zum Mitnehmen
Ich habe den Zettel aufgeschrieben, den ich mir damals gewünscht hätte. Zwölf Anzeichen der Perimenopause und drei Fragen, die du mit zur Ärztin nehmen kannst.



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